Ski- und Wandergruppe Kaufleute Zürich
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Schneeschuh-Abenteuer in den Voralpen vom Sa. 26. November 2005

Zwei Tage vor der Wanderung war die Landschaft noch ganz in den Farben Grün-Braun gehalten. Als hätte Petrus unser Vereinsheft auch gelesen, verwandelte er genau einen Tag davor alles in herrliches Weiss.
Die Schneeschuhwanderung war gerettet!

Aus dem angekündigten "Schneeschuh-Abenteuer in den Voralpen" wurde eine harte, schöne und Höhenmeter intensive Wildspitz ZG Wanderung.

In Unterägeri im gemütlichen Café-Conditorei Brändle, starteten wir unsere obligate "Aufwärmrunde" bei Kaffee, Gebäck und nettem Schwatz über dies und das.
Nur unsere sportliche Natur konnte uns etwas später aus dieser wohligen Runde in die Kälte locken.

Am Start- und Zielpunkt «Schönalp-Hütte» auf 853 müM lag dann allerdings zuviel Schnee, um normal Wandern zu können, aber auch zuwenig, um die Schneeschuhe technisch sinnvoll einsetzen zu können.

So begannen denn frischen Mutes 7 Wandersfreunde um 11 Uhr, mit Stöcken an den Händen, Wanderschuhen an den Füssen und den Schneeschuhen am Rucksack, die Wanderung in Angriff zu nehmen.
Rita führte uns zielsicher und zügig von Zwischenhalt zu Zwischenhalt, über den Gipfel, wieder hinab und zurück zur «Schönalp-Hütte».

Den ersten Halt bei kurzer Brotzeit aus dem Rucksack gab es auf der «Hürital-Alp» auf 1087 müM.
Dem wahrscheinlich auch wärmsten Moment im Freien auf der ganzen Wanderung bei +7 Grad an der Sonne.

Von Zeit zu Zeit gab der Wald die Sicht frei auf die weite weisse Landschaft, bei leicht bewölktem blauen Himmel. So auch bei «Geissfarren» auf 1200 müM. Eine Stelle mit wenigen hundert Metern, wo der Weg horizontal zum Berg und nicht entweder sehr steil nach oben oder nach unten verläuft. Eine Wohltat für alle Muskeln!

Nach weiteren 53 Minuten seit der letzten Pause, war die Zweite sehr willkommen. Weniger wegen der Zeit oder der Distanz, sondern viel mehr wegen den vielen Höhenmetern, befanden wir uns jetzt doch bereits auf 1341 müM auf der «Halsegg».
Die Halsegg bietet ein wunderbares Panorama. Nach dem Fotografieren blieb nicht mehr viel Zeit für die Verpflegung aus dem Rucksack.

Die Zeit vergeht, es wird früh dunkel, der Gipfel wartet und der Abstieg wäre bei Dunkelheit sicher machbar, aber ziemlich gefährlich. Dessen sich Rita sehr bewusst, ermahnt zum zügigen Vorwärtskommen.

Apropos "zügig": Oben auf dem Grat angekommen, blies ein leichter, aber ziemlich eisig und scharfer Wind. Spätestens jetzt musste man sich nicht mehr von der Aufstiegshitze kühlen, sondern sich warm einpacken und wohl dem, der eine wirklich gute Winterjacke, Mütze und Handschuhe dabei hatte.

Um 14.52 Uhr war es geschafft und auch der Letzte hat den Wildspitz-Gipfel mit 1580 müM erfolgreich erklommen!

Nach fast einer Stunde im warmen Aufenthaltsraum bei Speis und Trank aus dem Rucksack oder aus dem Sortiment der Hütte, zeigte die Uhr 15.49 Uhr an und draussen war es merklich kälter geworden. Auch die Sonne hat sich mit ihren Strahlen und ihrer Wärme verabschiedet und hinterliess nur noch ein bisschen Tageshelligkeit.
Der Abschied von diesem schönen, ruhigen und herrlichen Ort, war deshalb ein leichter.

Der Abstieg via «Alplihorn» 1372, «Ober Alpli» 1280 und «Fangboden» 912 müM war landschaftlich ähnlich schön, wie der Aufstieg, aber auch fast so anstrengend.
Um nämlich normal wandern zu können, hatte es viel zu viel Schnee, um aber sicher mit den Schneeschuhen hinunter zu tippeln, hatte es viel zu wenig.
So musste man von Schritt zu Schritt abwägen, wo der nächste hinführen soll.
Man konnte nie wirklich sicher sein, dass man einerseits nicht ausrutscht und andererseits man aber, wenn es mal passiert, fast sicher ziemlich hart landen wird, weil es dann eben trotz des Schnees, überall noch Treppenstufen, Baumstrünke und deren mehr am Boden hatte, die noch nicht richtig zugeschneit waren.

Rita führte uns aber, wie eine Berggemse, schnell und trittsicher "von einem Stein zum andern" bis hinunter zurück zur «Schönalp-Hütte».

Richtig, wer jetzt denkt, das war ja gar keine Schneeschuhwanderung, der hat ein bisschen Recht. Es war fusstechnisch tatsächlich "nur" eine normale Wanderung. Dank Gore-Tex Wanderschuhen auch eine Trockene. Das Zusatzgewicht der Schneeschuhe am Rucksack war aber auf der ganzen Wanderung mit dabei. Beim Abmontieren derer am Schluss, merkte man deutlich, dass dies ein schwerer Gewichtsfaktor war.

Im Fazit war es eine spezielle Wanderung:
Bis zum Wandertag selbst, wussten wir nicht, wo es hingehen wird, dann wurde es doch noch eine Wanderung im Schnee und zu guter Letzt wanderten wir zwischen 11 und 17 Uhr einmal 727 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter. Insgesamt wanderten wir demnach 1454 Höhenmeter in nur 6 Stunden!

Diese Wanderung war in sportlicher Hinsicht für SWG Verhältnisse sicher eine Herausforderung und nicht alltäglich. Wer dabei war, kann jetzt aber auch im Wissen Stolz auf sich sein, es geschafft zu haben und viele schöne Landschaftsimpressionen und Natureindrücke in seiner Erinnerung bewahren.

Peter Strub