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Programm / Tourenberichte
Zürich-Marathon 2006 – eine besondere Erfahrung für die SWG ! Der Grossanlass vom 9. April 2006 war eine besondere Erfahrung – für HelferInnen, ein paar Supporter und einen Läufer! Im SWG-Helferteam arbeiteten diesmal 15 Personen mit, darunter auch vier Teenager. Für diese bezogen Maksut und ich am Vortag tolle Nike-Windjacken oder T-Shirts sowie 15 Frässpäcklis. Am Samstagabend schnupperten Anna, Maksut und ich schon mal Marathonluft im Festzelt auf der Landiwiese, wo dann auch die Pacemaker 2006 durch Bruno Lafranchi vorgestellt wurden. 
Nun war er also da, der Tag, der in meine Geschichte eingehen wird und auf den ich fast ein Jahr lang daraufhin trainiert hatte. Wie werde ich diese grosse Herausforderung wohl packen? Gutgemeinte Ess- und Trinktipps für unterwegs hatte ich sehr viele erhalten – und hätte ich sie alle befolgt, wäre ich wohl nie im Ziel angekommen. Mein Minimalziel war das Überqueren der Ziellinie, damit ich wenigstens mit dem Finisher T-Shirt eine ewige Erinnerung nach Hause tragen konnte. Sollte es jedoch optimal laufen, könnte gar eine Schlusszeit unter 4 Std. drinliegen. Wie sich später auch herausstellte, war die Entscheidung richtig, meiner Pacemakerin Kristina Myreen (bekannt als Gast an SWG-Anlässen) nicht zu folgen. Sie beendete das Rennen in ausgezeichneten 3.38.41 Std. 
Am Sonntagmorgen mussten Anna und Maksut ihren Arbeitseinsatz "Aufsicht der Garderobe Badi Mythenquai" schon um 6 Uhr beginnen. Das SWG-Recycling-Team musste sich um 8 Uhr beim Postenchef Bruno Seiler (TV Unterstrass) vor dem Festzelt melden. Leider regnete es seit dem Morgengrauen mal leicht, manchmal aber auch heftiger und so blieb es den ganzen Tag und deshalb verweilten die LäuferInnen und Supporter kaum auf der Landiwiese. Dadurch gab es viel weniger zum Auflesen und dafür mehr Zeit zum Überbrücken im trockenen Festzelt! 
Ein Knall und die SpitzenläuferInnen waren unterwegs, doch es dauerte noch etwa zehn Minuten bis sich auch Block 4 (erwartete Schlusszeit 4.10 -4.30 Std.) in Bewegung setzte. In der Warteschlange fragte mich ein Humorist, der wievielte Marathon es denn für mich sei. Meine kurze Antwort darauf: der erste und letzte. Und das sage ich auch heute noch! Die Vorbereitung für dieses Rennen war für alle gleich (schlecht), d.h. wegen Kälte im Januar und Schnee im Februar und März war die Vorbereitung alles andere als optimal. In geordneten Bahnen passierte der Läufertross Bellevue und Tiefenbrunnen. Zwischen Km 5 -10 fiel mir auf, dass viele Hausbesitzer ihre Häuserfronten und Garageeinfahrten bewachten. Bekanntlich muss bei einem Marathon jeder Mann (4300 im Feld) und jede Frau (ca. 1000) einmal "austreten". In Küsnacht habe ich dann lockeren Schrittes den Radiomann Kilchsberger überholt, auf dem Rückweg in Erlenbach (Km 23) kam dann sein Angriff von hinten – das war wohl das letzte Aufbäumen vor seiner Kapitulation! 
Beim Wendepunkt in Meilen führte die Strecke mitten durchs gut besuchte Festzelt. Inzwischen war ich völlig durchnässt, meine Trainingsjacke bot nur Schutz vor der Kälte. Doch es lief mir auch weiterhin rund, noch bei Km 28 liebäugelte ich mit einer Traumzeit unter der 4-Std.-Limite. Doch langsam wurden meine Beine schwerer und es traten auch erste Knieprobleme auf. Bei der Garage Emil Frey kurz vor Tiefenbrunnen händigte mir ein Arbeitskollege ein Teemischgetränk aus, dass ich während dem Laufen schluckweise zu mir nahm. Es kam bald schlimmer. Verursacht durch die zig-tausend Schläge auf den Teerstrassen und die Nässe traten plötzlich heftige Hüftschmerzen auf. Wie heisst es doch: "Marathon ist Mord, das Aufbautraining dazu jedoch sehr gesund". Beim Opernhaus (Km 30) musste ich das erste Mal "zfuess gah", ein weiteres Mal beim Hotel Bellerive und nach dem ¾-Zeitnahme-Posten. Gedanken, abzubrechen gingen mir durch den Kopf. Aber ich konnte doch unmöglich meine treuen Supporter in der Innenstadt enttäuschen. Im Kriechgang schleppte ich mich am Bellevue und Helmhaus vorbei zum Heimatwerk, Löwenstrasse und Sihlporte. Mehrere Male musste ich noch "spazieren", aber bei Km 36 war ich klar – das Finisher T-Shirt werde ich mir holen und wenn ich zfuess ins Ziel wandern muss. Aber mit meinen steifen Knochen hätte ich gar nicht wandern können! 
Wohlwissend, dass Sonja mit einem Fruchtsaftmix bei Km 39 (alte Börse) auf mich wartete, rannte ich sehr gemächlich vom Bürkliplatz via Paradeplatz (Dank auch den Hudigäggelern für die volksmusikalische Unterstützung) und Sihlpforte zur "privaten" Tankstelle. Mit einem guten Gewissen stapfte ich mit meiner Allerliebsten 100 Meter weiter, dann schickte sie mich auf die letzten 3 km! War’s der Zaubertrunk von daheim, ein bekanntes Gesicht von den sonntäglichen Cityrunners, das mich gerade überholt hatte, die letzte (Cola, Powerdrink, Wasser-) Tankstelle, die ich rechts liegen lassen konnte, der Blick auf den See bei der Ecke Kongresshaus – plötzlich lief mein Getriebe wieder auf höheren Touren. Ich startete nun nochmals vorsichtig durch und überholte mal links mal rechts viele total angeschlagene LäuferInnen. Und dann hörte ich auch schon die lauten Anfeuerungsrufe von Maksut, Eve-Rose, Margrit, Peter und den unzähligen Zuschauern. Und nach 4.13.54 war sie endlich da, die Ziellinie! Dies bedeutete Rang 315 in der Kat. M50 oder Rang 3452 von 4129 klassierten Männern. Ich war überglücklich, ich hätte die ganze Welt umarmen können, auch die freundliche Dame, die mir soeben die Erinnerungsmedaille überreicht hatte. Für mich war sie Gold wert. Der erste Gratulant war Kurt Egloff vom TV Affoltern (auch OK des Hürstwald-Cross), der als Helfer bei der Zielkontrolle im Einsatz war.
Vorbei am Getränke– und Bananenstand tapste ich zur Seestrasse. Auf das Überqueren der provisorischen Übergangstreppe zur Landiwiese hatte ich gerne verzichtet. Beim Eintreffen am SWG-Sammelpunkt in der Badi Mythenquai gab’s ein grosses Hallo sowie herzliche Gratulationen und "Blumen" für die tolle Leistung. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, die ich nur weiterempfehlen kann – mit dem nötigen Aufbautraining! Der Dankesbrief des OKs Zürich-Marathon 2006 ist bereits eingetroffen, verbunden mit der Hoffnung, dass sie auch im nächsten Jahr wieder auf den TSV Kaufleuten resp. die SWG zählen können. Ein Teil des "Marathon-Taschengeldes" wurde inzwischen für den gemütlichen Abend mit Indoor-Minigolfen im Zentrum Grindel eingesetzt. Beim Abschlusstrunk im Restaurant haben wir den Marathontag im April nochmals Revue passieren lassen. Alle anwesenden 13 Personen waren sich einig, dass wir am 1. April 2007 wieder antreten sollten. Auch ich habe dem OK-Chef Personal Adi Heer bereits mitgeteilt, dann wieder im Helferteam mitzutun.
Ich danke allen, SWGlern und Gästen, für das Durchhalten bei Kälte und Nässe und freue mich aufs Wiedersehen beim Jubiläumsanlass im nächsten Jahr – dänn, wänn d’Sunnä so richtig vum Himmel lacht !?! Fridolin Landolt SWG Marathon Sprinter
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