Ski- und Wandergruppe Kaufleute Zürich
Wintertag auf dem Hasliberg: Schlitteln, Schneeschuh-, Winterwandern und Skifahren auf dem Brünig   /   19.02.2012 07:50h   /   HB Treffpunktwürfel   >>
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Wanderung aufs Chlihörnli/TG – die unverhoffte Türkenbundwanderung vom 10. Juni 2007
 
Beim „Glarner Sprinter“ darf das SWG-Wandervolk mit Überraschungen rechnen – so auch dieses Mal. Angefangen hat es mit dem Fahrplan. Aber so können Karin, Margrit und ich in der S 12 bis Winterthur sitzen bleiben und die andern in Empfang nehmen. Bis Endstation Bauma ist die Gruppe auf 20 Wanderlustige (davon 5 ohne SWG-Ausweis!) angewachsen.
Was machen die SWGler, wenn der Ausgangspunkt der Wanderung erreicht ist?? Richtig: z’Morgä-Kafi-Halt! Diesmal im Garten des Bahnhöfli., vom Chef persönlich bedient.
Wohl gestärkt geht’s um 10 Uhr los, über die Tössbrücke, im schattigen Tobel und über Wiesen mehr oder weniger steil bergauf. Gleich zu Beginn entdecken wir die wunderschöne Blume, die uns den ganzen Weg begleitet: den stolzen Türkenbund. Daneben verblassen fast alle andern, wie Margritli, Klee in Variationen, dunkle Akelei, kugelige Rapunzel, Orchideen. Aus dem Wald leuchten hell die weissen Blütendolden des Geissbart. Immer wieder öffnet sich der Blick auf die Berge und Siedlungen des Zürcher Oberlandes und des Toggenburgs. Säntis und Churfirsten sind im Dunst des heissen Tages nur zu erahnen.
 
   
 
Auf Heiletsegg angekommen, geht’s nicht eben weiter Richtung Gfell – der Weg ist auch mit „Hörnli“ angeschrieben – sondern steiler bergauf, wir wollen ja aufs Chli-Hörnli. Rechts von uns ragen die felsigen Steilhänge des antennenbelasteten Hörnli auf.
Bei Fridolin meldet sich eine etwas verwirrte Anna, die mit dem Postauto nach Gfell gefahren ist und uns entgegenwandert. Es gehe sehr steil obsi, ob das richtig sei. An der Weggabelung zum Hörnli läuft Fridolin ein Stück den wirklich steilen Anstieg hinauf – und kommt prompt mit Anna zurück, die fast auf dem Gipfel war! Gemeinsam marschieren wir weiter, nach einigem werweissen, ob wir sicher auf dem richtigen Weg sind, und kommen ans „Drei-Länder-Eck“, wo die Kantone ZH, TG und SG zusammenstossen. Hier endet auch der „Schwabenweg“, von nun an mit „Jakobsweg“ bezeichnet. Es ist also einer der Pilgerwege, der vom Bodensee her schlussendlich nach Santiago de Compostela führt.
Aber so weit wollen wir ja nicht! Uns nimmt das Naturschutzgebiet Alp Egerten der pro natura auf: Bitte die Wege nicht verlassen! – und dieser schmale Pfad führt uns zum Berghof von Ruth und Hannes, die die meisten von uns schon von der abenteuerlichen Wanderung zum Mutteli kennen.
Hannes erwartet uns geduldig, (Ruth ist am Sängertag in Sirnach) Zeit ist offenbar auf der Alp ein relativer Begriff! Schnell sind zwei Sonnenschirme bei der urchigen Bankett-Tafel installiert und mit Hilfe mehrerer Küchenfeen kredenzt Hannes den Apéro: Thurgauer Most, Platten mit 2 Sorten Geissenkäse (hmm, so fein!!) und Tomatenschnitze und von Ruth noch am Morgen gebackenem Brot. Ausserdem kommen grosse Kannen köstlichen Quellwassers auf den Tisch – sowie die diversen mitgebrachten Picknicks. Mit der Zeit ist auf dem Grill eine rechte Glut entstanden. Würste und Plätzli werden ihrer Bestimmung zugeführt.
Weil wir mit so einer Bewirtung nicht gerechnet hatten, Hans zum Kaffee noch Geissenmilch und sogar eine Schnapsbar auftischt, bleibt vom feinen Kuchen (Annas Schoggi- und Marmor-, Sonjas Rhabarber-) ziemlich viel übrig. Beim Begutachten des Gemüsegärtchens fällt uns ein kurioses Beet auf. Hügelbeete sind ja bekannt, aber Kraterbeete?? Hannes gibt die Erklärung: als ihnen letztes Jahr Salat und andere Setzlinge erfroren sind, bekamen sie von einem Passanten den Tipp mit dem Krater. Ist es das milde Wetter dieses Frühjahrs oder der wärmespeichernde Krater – Salat und Gemüse gedeihen.
Nun wird es aber langsam Zeit aufzubrechen. Aushalten könnten wir es hier oben mit der weiten Rundsicht ja noch lange. Unter Hannes’ neuestem Gemälde an der Hauswand formieren wir uns zum Gruppenbild , auf Ruths ausdrücklichen Wunsch. Sie möchte doch wissen, wer hier mit dabei war!
 
   
 
Nach einer „Australienhut-Sammlung“ , mit merci viel- vielmal, adieu und uf Wiederluege machen wir uns auf den Rückweg. In Gfell besteigen vier Damen das Postauto nach Bauma, wir andern steigen sehr steil auf vom Gewitterregen rutschigen Wegen ins Lättenbach-Tobel. Hier ist es wildromantisch, geheimnisvoll, Heimstätte von Zwergen, Erdgeistern und Wiedergängern??
Mal fliesst der Bach ruhig neben dem Weg, im nächsten Moment stürzt er als prächtiger Giessen ins tief eingegrabene Bett. Wir bewundern prächtigen Blumenschmuck an Bauern- und Wochenendhäusern und in Gärten. Etwas weiter schnuppern wir intensiven Lindenduft.
Ein Gewitter türmt drohende Wolken auf, aber wir erreichen trocken um 17 Uhr den Ausgangspunkt Bahnhofsrestaurant Bauma, wo das langersehnte Bier serviert wird.
 
Alle haben einen schönen, geselligen Tag erlebt, wie es in der SWG üblich ist.
Merci, Fridolin!
 
 
Ute Preising