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Programm / Tourenberichte
Wanderung auf dem Jakobsweg Lungern-Brienz, Brienz-Interlaken vom 14./15. Juli 2007
Am Freitagmorgen teilte mir Christine mit, wir wären nur fünf Personen. Ich hatte mein Billett schon gelöst und freute mich auf die zwei Tage, das Wetter machte ja auch mit. Beim Treffpunkt war ich bereits zehn Minuten früher und suchte aufmerksam die fünfte Person, von der ich nur den Nachnamen wusste. Meine Schwester Heidi Rosshuber traf auch früher als vereinbart ein. Sie sprach sogar fremde Frauen an.
In Luzern trafen wir auf Christine, welche uns mitteilte, die fünfte Person hätte uns nicht gefunden und sei wieder heim. Nun wusste ich auch den vollen Namen, und ich meine, ich hätte sie erkennen müssen. Also waren wir ein 4er Grüppchen, das in die Brünigbahn stieg. Heidi und ich waren zu langsam, so dass wir uns im Velowagen mit Stehplätzen begnügen mussten, während diese Sportler bequem die Sitze beanspruchten. Wir beschlossen, die Wanderung in Kaiserstuhl zu beginnen, weil die Lungernseestrecke des Jakobswegs ein wirklich würdiger Auftakt war und noch nicht so streng.
Nach einer Erfrischung im Restaurant machten wir uns also auf den Jakobsweg. Bald trafen wir auf die St. Antoniuskapelle, die wir kurz besichtigten. Später machten wir einen kleinen Abstecher zu einem sehenswerten Wasserfall mit einem grossen Becken. Ob seinerzeit Jakob dort seine Morgentoilette machte? Auf den Brünigpass nahmen wir die Strecke rechts von der Brünigstrasse. Sie war zwar teilweise im Wald, doch spürte man das ausserordentlich heisse Wetter. Aber langsam, mit erholsamen Pausen im Wald und im Naturfreundehaus, schafften wir die Passhöhe. Runter ging es recht steil, aber auf gutem Weg, wieder langsam.
In Brienzwiler hatten wir genug gepilgert und leisteten uns das Postauto bis Brienz, wo wir uns trennten. Wir Schwestern ins Hotel Walz, Christine und Christoph in die Jugendherberge, wo fremde Leute mit ihnen das reservierte Zimmer teilten. Das feine Nachtessen am See beim Hotel Bären bei Live-Jazz-Musik liess uns die Strapazen vergessen.
Am Sonntag trafen wir uns um 9.15 Uhr bei der Jugendherberge und nahmen die nächste Etappe des Jakobswegs in Angriff. Den Aufstieg schafften wir auf der Schattenseite des Brienzersees gut. Begeistert bewunderten wir den eindrücklichen Giessbachfall. Bei einem erfrischenden Getränk beim Hotel Giessbach konnten wir einen kleinen Teil des renovierten Hotels besichtigen.
Auf der Terrasse waren viele Gäste um 11 Uhr beim Morgenessen. Sie hatten am Abend zuvor am Sommernachtsball teilgenommen. Fotos davon gab es zu bewundern und auch zu kaufen. Einige Gäste brachen auf, die Damen trugen Ihre wunderschönen Roben zu den Autos. Zur finanziellen Unterstützung des Bähnleins kürzten wir den Weg etwas ab. Dann wurden wir mit einem schattigen, leichten Weg am Brienzersee entlang belohnt. Christine und Christoph gönnten sich sogar noch ein kaltes Bad.
In Iseltwald beendeten wir die Wanderung und freuten uns über eine 50-minütige Schifffahrt nach Brienz. Gratis verfolgten wir das Spektakel des Red Bull Air Race am Himmel. In Interlaken verabschiedeten wir uns. Heidi und ich fanden aber nicht das passende Restaurant und bestiegen eine halbe Stunde später den Zug nach Bern, hatten einen prima Sitzplatz, obschon etliche der 40 000 Zuschauer des Spektakels auch einen Sitzplatz suchten.
Gut, habe ich mich von der am Samstagmorgen gelesenen Warnung, bei diesem heissen Wetter keine sportliche Leistung zu vollbringen, nicht beängstigen lassen. Wir hatten ein wunderschönes Wochenende erlebt. Danke Christine!
Hanni Vetterli
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