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Besuch im Paketzentrum Frauenfeld vom 21. November 2007

Frauenfeld ist eines der drei PostLogistics – Zentren der Schweiz. Es umfasst den Grossraum Zürich, die Ostschweiz und Graubünden bis hinunter nach Campocologno. Pakete für und aus der Ostschweiz durchlaufen automatisch dieses Paketzentrum. Über 300 Mitarbeitende sind in zwei Schichten am Werk und stellen sicher, dass Pakete, welche die Ostschweiz verlassen müssen, zügig in die beiden andern Paketzentren (Härkingen und Daillens) gelangen oder dass Pakete für die Ostschweiz, nach über 350 Paketbotenbezirken sortiert den zuständigen Distributionsbasen, sprich Poststellen, angeliefert werden können – zustellfertig für die pünktliche Auslieferung durch den Zustellboten.

Diese und andere Informationen erhielten wir 16 Anwesende (SWG und Veteranen) zu Beginn des Besuchs. Zuvor wurden wir herzlich willkommen geheissen von einer netten Besucherführerin. Bevor wir in zwei Gruppen auf den Betriebsrundgang durften, mussten wir eine orange Weste überziehen, das Handy ab- und das Rauchen einstellen.

Von einer Plattform aus hat man eine umfassende Übersicht über die ganze Halle, in der ein erheblicher Lärmpegel herrscht. Auf den ersten Blick sieht man ein Wirrwarr von Förderbändern mit grossen und kleineren Paketen drauf, die mit 6 km/h scheinbar zum Vergnügen in der Halle herum gefahren werden um aber schliesslich doch auf die richtige Rutsche zu kippen und direkt oder von Hand in der richtigen Rollbox landen. Unser kompetenter Führer beantwortete alle unsere brennenden Fragen und führte uns von der Plattform in die Halle hinunter. Wir konnten hautnah beobachten, wie die Pakete im Eingangsbereich von Hand auf das Förderband gelegt werden - Adresse oben! - und vom automatischen Codiersystem erfasst werden oder nicht. Je besser Verpackung und Adressierung sind, umso speditiver erfolgt die Weiterverarbeitung. Schlecht lesbare Adressen werden von mehreren Mitarbeitenden per Video-Codiersystem erfasst. Gelingt das auch nicht, landen die Pakete beim manuellen Codiersystem, wo die verschrumpelten, versteckten oder nicht lesbaren Adressen von Menschen aufgepäppelt werden und so wieder in die Förderanlage gelangen. Pro Arbeitstag werden durchschnittlich 225'000 Pakete verarbeitet.

Im Ausgangsbereich werden die Pakete nach Zustelladressen in Rollboxen gestapelt. Die Rollboxen reisen in bis zu 9 Tonnen schweren Wechselbehältern per Zug, oder für Distanzen unter 60 km per LKW, zu den Poststellen, wo die einzelnen Pakete vom Zustellbeamten in sein Fahrzeug verladen und zu den glücklichen Empfängern gebracht werden.

All dies hört sich auf den ersten Blick kompliziert an. Da jedoch der gesamte Ablauf bis ins Detail durchorganisiert ist, ist es möglich, dass dein Päckli, das du bis 12 Uhr mittags am Postschalter per A-Post aufgibst (an über 150 Poststellen bis 16 Uhr), am nächsten Werktag als PostPac Priority bereits beim Empfänger ankommt. Alle andern Pakete werden als PostPac Economy am übernächsten Werktag zugestellt.

Nach Ende der gut einstündigen Betriebsbesichtigung wurden wir herzlich in die Betriebskantine eingeladen, wo wir mit Getränken und frischen Nussgipfeln verwöhnt wurden. Sicher wären wir gerne noch viel länger gemütlich beisammen gesessen. Aber die Führerin begann bald jeden von uns mit einem kleinen Präsent zu beglücken und diskret auf unsern baldigen Aufbruch hinzuweisen. Im Gegenzug überreichte unser Organisator Karl Hintermann als Dankeschön der Führerin einen Zustupf für ihre Besucherführer-Kaffeekasse, den sie mit Freude entgegennahm. So endete dieser spannende Nachmittag und wir machten uns auf die Heimfahrt. Einen herzlichen Dank gebührt Kari für die Organisation dieses abteilungsübergreifenden Anlasses.

Margrit Sulzer