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Programm / Tourenberichte
Auffahrtswanderung vom 1. Mai 2008
Zur diesjährigen Auffahrtswanderung geht’s ins Toggenburg, per Eisenbahn von Zürich via Wil nach Flawil, wo sich die Gruppe der SWG-Mitglieder samt Wanderleiterpaar Karl und Annemarie Hintermann - in gleicher Anzahl wie die Apostel – zusammenfindet.
Mit oder ohne frischgebackenem Gipfeli im Bauch geht’s weiter mit dem Postauto nach Magdenau, einem hübschen Weiler zu 9116 Wolfertswil gehörend, bedeutungsvoll durch sein Zisterzienserinnenkloster mit aktuell 16 Schwestern im Alter von 24 bis 94 Jahren wie auf deren Homepage www.kloster-magdenau.ch nachzulesen ist. Das Kloster wurde am 3.4.1244 von Ritter Rudolf Giel gegründet und hat eine bewegte Geschichte mit Krisen hinter sich. Nach Absprache mit den Klosterfrauen gibt es dort Führungen durch den antiken Gästetrakt mit Film über das Klosterleben. Aufenthalte für Einzelpersonen und Gruppen werden angeboten. Die Verpflegung im „Rössli“ fällt zurzeit dahin, da dort immer noch ein Wirt gesucht wird.

Von dort geht’s also im gemächlichen Schritt sanft bergauf durch Wald und Flur - beides noch im jungen Frühlingsschmuck - oberhalb der altehrwürdigen Kirche St. Verena aus dem 9. Jh. (tagsüber geöffnet) vorbei, über die Weiler Spilberg, Schauenberg nach Winzenberg (836m), wo kurz vorher die Wolkenschiffe die Sonne verdecken, sich verdichten und verdunkeln und über uns einen kalten, harten „Schträtz“ entleeren. Zum Glück sind wir bald in der schönen, mit hellem Holz getäferten Gaststube der „Frohen Aussicht“. Die Aussicht auf die Berge, Churfirsten und Glarneralpen ist zwar verdeckt, aber wir sind froh, die Tellerportionen zum Zmittag ländlich gross, gut und günstig. Zum Essen und Plaudern bleibt genügend Zeit und inzwischen scheint die Sonne wieder durch. Die Hauptwanderung folgt unten im 2. Teil.
Die Schreiberin „seilt“ sich nach dem Mittagessen mit Walti und Max von der Gruppe ab, und das Trio wandert auf dem Landsträsschen über Tufertswil nach Lütisburg weiter, um noch auf das frühere Postauto zurück nach Flawil zu gelangen. Diese Strasse ist zugleich der „Windrädliweg“. Allpot stehen am Wegrand bewegliche Häuschen auf Pfählen, an die ein Windpropeller montiert ist, der bei Wind die Häuschen und die sich darin befindenden Figuren drehen und bewegen kann. Die Häuschen enthalten thematische Szenen aus Berufen wie dem Tankwart, der dem Miniaturpostauto die Frontscheibe wischt, der Kunstmalerin, die den Pinsel über die Staffelei bewegt oder den Männchen, die Schub für das Sägen erhalten, usw. Alles so klein und so hübsch wie die Hügelchen dieser Landschaft und die saftig grünen Wiesen, grosszügig überschäumt vom sonnigen Gelb des Löwenzahns.
Wir kommen zu früh bei der Postautohaltestelle Lütisburg an und kehren noch im „Pöschtli“ ein, eine dem Duft und Aussehen nach veritable „Dorfchnelle“, ein letztes Eldorado für Profiraucher (Max! Max!) mit solidem Aschenbecher auf jedem Tisch und herzlicher Bedienung.
Wieder haben wir eine schöne und interessante Ecke unseres Landes kennen gelernt, einen angenehmen Wanderspaziergang entdeckt.
Ruth Schmid
Auffahrtswanderung vom 1. Mai 2008 - 2. Teil
Nach dem feinen Zmittag mit Schnipo, Salaten usw. verlassen wir die „Frohe Aussicht“ in Winzenberg. Karl bietet sich als „Wertsachen-Wart“ an und so können wir den kurzen steilen Aufstieg ohne Rucksäcke erklimmen. Dieser Abstecher hat sich wirklich gelohnt – grandiose Panoramarundsicht vom Bodensee, Hundwilerhöhe, Säntis und Churfirsten noch im weissen Winterkleid, Glarner- und Schwyzer Alpen, Schnebelhorn, Hörnli bis hin zu den Thurgauer Höhen. Und zu unseren Füssen liegt Ganterschwil, Uzwil, Wil und viele weitere Dörfchen und Weiler. Danach laufen wir Ruth, Max und Walti auf dem Windrädliweg hinterher. Schon bald erreichen wir via Rimensberg das Dörfchen Tufertschwil, schweizweit bekannt durch das grosse Music -Openair, das jeden Sommer einheimische Stars wie Florian Ast oder Sina und andere verpflichten kann. Von dort steigen wir hinab ins Neckertaltobel mit seinen vielen Badebuchten, überqueren eine wacklige Brücke und legen anschliessend in Hengarten einen letzten Zwischenhalt ein. Von da an geht’s über Feld- und Flurstrassen dem Dorf Lütisburg entgegen. Oh Schreck! Auf halber Strecke bemerkt Margarete, dass ihre Lekkistöcke nicht „mitgewandert“ sind. Also eilt unser österreichisches Wandertalent nochmals zurück zum „Hengarten“. Leiterin Annemarie hat beim Dorfeingang noch eine letzte Sehenswürdigkeit auf Lager – ein kleiner Rundkurs mit Infotafeln informiert über Fauna, Flora, Tierwelt und Verhaltensregeln in diesem landschaftlich reizvollen Teil des Neckertales. Die Überbrückungszeit bis zur Abfahrt des Postautos verbringen auch wir in der Dorfchnelle bei Wirtin Sonja und abschliessend mit einem kleinen Abstecher zur nahen Kirche.
Annemarie und Karl, wir danken euch ein weiteres Mal herzlich für die Organisation der Auffahrtswanderung in eine unbekannte Gegend, heuer ins Untertoggenburg. Einen haben wir aber doch vermisst, unsern „Geographieprofessor“ Thomas Kimeier aus dem nahen Degersheim, gell. Er hätte uns sicher noch viel erklären und erzählen können entlang der Wanderroute.
Fridolin Landolt
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