Ski- und Wandergruppe Kaufleute Zürich
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Witzweg Rundwanderung im Appenzellerland vom Sonntag, 1. Juni 2008

Eigentlich ist der Witzweg nicht unbedingt das Nonplusultra für mich, ich möchte einfach wieder einmal mit der SWG auf Wanderschaft!
Also begebe ich mich, bei sonnigem Wetter, mit dem kleinen feinen Grüppchen von zehn SWGlern und einer Kneipperin mit SBB und Postauto auf die Reise nach Heiden. Hier findet erst einmal der traditionelle Kaffee-Gipfeli-Halt statt, ohne den die SWGler eine Wanderung nicht beginnen können! Leider fehlen diesmal die Gipfeli - aber in unsern Rucksäcken sind Alternativen dazu verborgen.

  

So gestärkt, geht’s durchs „Biedermeierdorf“, an blühenden Gärten und Matten vorbei zum Witzweg. Da kommt schon die erste Tafel mit einem Witz in Appenzeller Mundart – mit hochdeutscher Übersetzung, und da wir ja alle Witze lesen und darüber lachen wollen, wird aus der Wanderung ein ziemlicher Bummel, das merken wir dann später!

  

Ein Witzbeispiel:
Zoologie zu später Stunde. Der Überhöckler zur Frau Wirtin:
„O jee, i bi doch en Esel! Ez han-i-en-Aff, moorn em Morge ha-n-i en Kater, ond de Frau mos i no en Bääre uffbende, I hei die Nacht möse chrampfe wie e Ross, ää pfoch!“

Nach einem etwas steileren Waldstück, obsi und nidsi, kommen wir an ein Gehege, aus dem heraus uns Lamas neugierig anschauen – wir und unsere Fotoapparate schauen genauso zurück! Nun folgt der Wanderweg dem Klusbach, der eine romantische Schlucht bildet mit Giessen und runden Becken wie Gletschermühlen. Wäre es noch wärmer, könnte man sie sich gut als Badewanne zur Abkühlung vorstellen. Schliesslich öffnet sich ein grossartiger Ausblick auf das seidenblaue Schwäbische Meer, bestickt mit unzähligen weissen Dreiecken. Ausflugsschiffe ziehen ihre glitzernden Bahnen und da vorne grüssen Pfänder und die Liechtensteiner Berge.
Langsam macht sich ein unangenehm leeres Gefühl im Magen bemerkbar, und gerade zur rechten Zeit erreichen wir den Picknickplatz oberhalb Walzenhausen. Kaum haben wir es uns bequem gemacht und beginnen in unseren Rucksäcken zu graben und zu rascheln erscheint - eine Katze, die sehr intensiv betteln kann, aber auch sehr wählerisch ist. Servelahäute ignoriert sie hochnäsig. Wir geniessen unsere Rast im schattigen Wald ausgiebig, dafür müssen wir fürs letzte Stück zwei Gänge höherschalten, damit wir das Walzenhauser Bähnli noch erwischen, das uns hinunter nach Rheineck bringt.

  

Es folgt der beschauliche Teil: mit MS“Alte Rhy“ tuckern wir gemächlich auf dem Alten Rhein durch die geschützte Flusslandschaft hinaus auf den Bodensee. Schwäne, Enten und Reiher bevölkern Ried und Wasser, am Himmel ziehen Raubvögel ihre Kreise. Der Aufenthalt im sehr warmen Salon (alle Aussenplätze sind besetzt!) macht fest durstig, also tönt’s allenthalben: ä Stange bitte! Leider „zerredet“ Fridolin mit einer grossen Geste sein noch fast volles Bierglas! In Rorschach angekommen bleibt uns bis zur Heimfahrt genug Zeit zum flanieren entlang der Seepromenade oder einen Coupe im Strandcafé, serviert von einer freundlichen mitteldeutschen Serviertochter.

Das war ein schöner, gemütlicher Ausflug mit allem drum und dran: Wiesen, Berge, Bäche, Fluss und See - Fridolin sei Dank!


Ute Preising