Programm / Tourenberichte
Wanderung Bündner Herrschaft, Ostermontag 13.4.2009
Eine Wanderung an Ostermontag? Für viele eine gute Idee. Bei optimalem Wetter treffen sich um 10.45h 20 Wanderfreudige beim Bahnhof in Landquart. Aus dem Baselbiet, Aargau und Zürich sind sie angereist, samt einem Vierbeiner. Die jüngste Schülerin 13 ½ jährig, 4 Gäste; Mitglieder des Kneippvereins.
Durch grüne Matten verläuft der Weg Richtung Malans. Fridolin, unser heutiger Wanderleiter, erklärt das Panorama: Calanda, Blick ins Prättigau, Falknis, Gonten, Alvier und Pizol, alle noch weiss mit Schnee bedeckt nach diesem langen, einmaligen Winter. Beim Hof eines Winzers gibt’s die flüssige Kostprobe eines Weins der in diesem Gebiet angebaut wird. Just in diesem Moment fährt der Weinbauer in Freizeitmontur auf seinem Rennrad ein. Freundlich steht er Red und Antwort und gibt uns sogar eine Probe seines Rebensaftes mit auf den Weg.
Die Natur geizt nicht am heutigen Tag: gelb leuchten die Chrottenpöschen (Löwenzahn) aus dem saftigen Grün. Die ersten zarten Blätter an den Bäumen, dazwischen Kirschblüten und blühende Hecken. In den Gärten von Jenins die farbige Pracht der Frühlingsblumen: Osterglocken, rote Tulpen und vielfarbige Polsterblumen.
Zur reservierten Zeit 12.30h treffen wir beim Restaurant Bündte ein. Die Hälfte unserer Gruppe bevorzugt ein Pic-Nic und der Rest macht es sich im Garten an den reservierten Tischen gemütlich. Das Gemütlichsein zieht sich dann zwar sehr in die Länge (Ueberlastung der Küche). Nach 1 ½ Std.! erhalten auch die letzten das bestellte Essen. So ist der Zeitplan des Abmarsches nicht mehr einzuhalten. Neben dem Restaurant das grosse Standbild des Duc de Rohan (1579 – 1638), von dem man sagt, er habe mit seinen Söldnern die Burgunderrebe in die Bünder Herrschaft gebracht. Die kleine Gegend der grossen Weine ist schweizweit berühmt und stolz auf so klingende Namen wie Gantenbein, Fromm, Grünefelder, Hermann, Boner, Donatsch. Das Klima dieser Landschaft im Schutz des Falknismassivs gefällt Wein und Wanderern gleichermassen; kaum Nebel, dafür warmer Föhn, der als „Traubenkocher“ gilt und den Zuckergehalt der Trauben hinauf treibt.
Mit Verspätung machen wir uns auf den Weiterweg Richtung Heidihof. Kaffee- und Glacéhalt. Hier kann man das Heidihaus (gegen Eintritt) besichtigen. Auf dem Platz davor sind Geissen, Hühner samt einem farbenprächtigen Hahn zu bestaunen. Im Laden werden Souvenierartikel wie Bücher, Casetten mit der Heidigeschichte und bestickte Frottétücher feilgeboten. Die ersten 2 Wanderinnen Margrit und Karin verabschieden sich, weil sie den planmässigen Zug in Bad Ragaz erreichen möchten.
Der nächste Halt findet am Heidibrunnen statt. Der Brunnen (mit wunderschöner Mädchenskulptur) liegt inmitten alter Eichenbäumen auf einer herrlichen Anhöhe. Hier gibt’s die nächste Ueberraschung von Fridolin: Heidikäse und feines Brot wird zurecht geschnitten, dazu farbige Ostereier zum Tütschen. Sogar das Würzsalz ist in kleinen Döschen mitgekommen! Dazu wird nochmals Pinot noir und die Geschenkflasche aus Malans ausgeschenkt. Ringsum zufriedene Gesichter.
Ich habe mich an Ostern nochmals mit der Heidi Geschichte von Johanna Spyri
(12. Juni 1827 – 7- Juli 1901) geb. Heusser. auseinander gesetzt. Wer kennt die Geschichte des Heidi nicht? Heidis Lehr- und Wanderjahre, Heidi kann brauchen, was es gelernt hat aus den Jahren 1880 und 1881. Die Bücher wurden in über 50 Sprachen übersetzt. In der Türkei gehört die Heidigeschichte zu den bedeutendsten Kinderbüchern überhaupt. So gibt es während meiner Zusammenfassung immer wieder ein: ah ja genau, habe ich auch vergessen usw.
Nach der Rast geht’s bergab auf Naturwegen durch den lichten Wald. Unsere Gruppe ist nicht allein unterwegs an diesem herrlichen Feiertag. Die Natur hat viele Menschen herausgelockt, an Weinbergen vorbei, sie sind nach alter Tradition von Rosenstöcken gesäumt. Den ganzen Weg haben wir einen unglaublichen Weitblick. Wir überqueren die Autobahn, bei der Raststätte Heidiland vorbei, am Rhein entlang Richtung Bahnhof Bad Ragaz. Noch kurz Zeit für ein letztes an diesem Tag und WC-Pause bis uns der Zug Richtung Zürich fährt.
Besten Dank Fridolin für diesen unvergesslichen Tag.
Christine Bauert
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