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Wanderbericht Ennetberge – „Glarner“ Fronalpstock vom 23. August 2009

Autoren: Trudi Titus (Variante gmüetlich) und Franz Lenk, Biberach (Variante sportlich)

Eine grössere Anzahl Wanderer fand sich an diesem Sonntag bei bissigem Wind an der Sihlpost ein. Auf verschiedene Autos verteilt fuhren wir Richtung Glarnerland. In der Raststätte gleichen Namens gab es den Kaffeehalt, wo weitere Wanderer auf die Zürcher Gruppe warteten. Gestärkt fuhren wir weiter bis Ennenda und von dort ein steiles Strässchen hinauf. Beim Parkplatz Ennetschingel war Schuhe montieren angesagt. Ein paar Minuten bergauf und schon gab es eine erste Überraschung. Im Skihaus „Schilthüttli“ wurden wir vom Hüttenwartpaar Heiri und Theres begrüsst und aufmerksam bewirtet mit feinen Zigerbrütli und einem Schluck Weisswein. Wir sassen, genossen die schöne Aussicht und erfreuten uns an den Bergen – vis-a-vis der Klöntalersee, Vorder Glärnisch, Glärnisch mit Vrenelisgärtli. Zu rechten und Rautispitz und Wiggis und zu linken Kärpf, Tödi und das Glarner Hinterland.
Es wurde zum Aufbruch gerufen, erst kurz steil hinauf und schon bald trennten sich die zwei Gruppen. Die sehr sportlichen mit Ziel Fronalplücke oder evt Fronalpstock und die weniger sportlichen, also eher gemütlichen via Naturfreundehaus und auf einem Bergsträsschen mit prachtvoller Aussicht bis zur Alp Mittel Stafel. Bei der ausgiebigen Mittagsrast immer wieder gwundrige Blicke in die Höhe: sehen wir einige unserer anderen Gruppe oder nicht? Auf einem steilen, glitschigen Weg stapften wir später zurück zum Skihaus. Wir sassen dankbar im Schatten und liessen uns nochmals vom Hüttenpaar verwöhnen. Die sportliche Gruppe traf endlich ein und Heiri konnte endlich die beiden - offerierten - Glarnerpasteten sowie Kaffee und andere Getränke auftischen. Vielen herzlichen Dank an die Gastgeber Heiri und Theres im Namen der 24 TeilnehmerInnen aus SWG, Bayern und Ohio/USA. Zurück beim Auto, allgemeiner Abschied und bald waren alle in den Autos verfrachtet, und los ging’s talwärts. Aber welch Stau ab Netstal... Beat hat das mit Humor und Gelassenheit genommen. Danke Beat, zufrieden wurden wir bei der Sihlpost ausgeladen.

Trudi Titus

Alles klar in Glarus Mitte

Klare (Reise-) Anweisungen machten es auch den ortsunkundigen Gästen aus Bayern problemlos möglich, die steile Bergstraße in Ennenda zum Parkplatz unterhalb der Schihütte zu finden. Dort erwartete die Wanderer ein Glarner „Z’Nüni“ mit klarem Chardonnay. So gestärkt strebten die beiden Gruppen („Alm“- und „Gipfel“-Gruppe) ihren Zielen zu.

Die „Gipfelgruppe“ brach zu acht in Richtung Fronalpstock auf. Elsbeth achtete darauf, dass die beiden jungen Amerikanerinnen Emma und Charleen nicht so schnell den Berg hinauf sprangen, dass ältere Semester aus der Puste gekommen wären. Gemeinsam erreichten wir die erste Alm und löschten den Durst mit klarem Wasser – der Hinweis „kein Trinkwasser“ war offensichtlich eine überflüssige Vorsichtsmassnahme ! - damit wir den folgenden Aufstieg über die Gerölllpartie zur zweiten Alm schafften. Noch etwas höher ereichten wir dann den Fronalppass: es eröffnete sich der Blick auf ein großartiges Panorama mit u.a. den Mürtschenstöcken. Die erfahrenen Wanderer waren ebenso begeistert wie die jungen Amerikanerinnen auf ihrer ersten Bergtour. Charleen übte sich gar vor lauter Entzücken im Jodeln.
Die steile, aber gut gesicherte Felsspalte vor dem letzten Gipfelaufstieg wollten nur fünf der Gruppe in Angriff nehmen. Sie wurden ganz oben auf über 2100 m durch wunderbare Aussichten ins Linthtal und Klöntal, vom Glärnisch bis zum eisblitzenden Tödi belohnt. Derweilen wartete Elsbeth mit den anderen geduldig; sie nutzten die Zeit, 1001 Fotos zu machen, bei blanken Himmel, eines schöner als das andere. Klar war, dass nach dem Abstieg der freundliche Hüttenwirt unsere Gipfelgruppe mit den süssen Spezialitäten aus Glarus verwöhnt. Die früher zurückgekehrte Almgruppe war so fair, unsere Rückkehr abzuwarten. Die auf beide Gruppen verteilten deutschen Gäste waren von dem Ausflug so angetan, dass sie ihren Plan, den Urlaub im Wallis zu verbringen kurz entschlossen änderten und im schönen Glarus blieben.

Franz Lenk, Biberach