Ski- und Wandergruppe Kaufleute Zürich
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Grenzwanderung Nr. 9 – Rheinfelden – Stein-Säckingen, 18. Oktober 2009

Nach dem coupierten Gelände letztes Jahr war heuer mal Flachland trumpf. Es galt, die Rheinschlaufe zwischen Rheinfelden und Säckingen dem Fluss entlang zu meistern. Der Oktober 2009 hatte leider kein prächtiges Wanderwetter auf Lager, und so machte sich ein sehr kleines Grüppchen von 6 Personen unter der Leitung von Sabine Grob bei tiefen Temperaturen in Rheinfelden auf den Weg.

Nach der traditionellen Auftakt-Ovi ging es zunächst durch die Altstadt von Rheinfelden, wo uns sogar einige Regentropfen willkommen hiessen. Beim Salinenhotel, heute Parkhotel am Rhein, erreichten wir das Rheinufer. Nach einem flotten Marsch kam das Elektrizitätswerk in Sichtweite, wo eine 1905 erbaute Brücke zum Maschinenhaus auf der deutschen Seite führt. Viele illustrierte Tafeln zeigten, dass man die Brücke erhalten will, was einige Politiker anders sehen.

Weiter Flussaufwärts wird die Rheinmitte auf einer Länge von über 1 km ausgebaggert und vertieft, um einen besseren Abfluss der Turbinen zu haben. Die zugehörige Grossbaustelle zwang uns zu einem Umweg in die Ebene von Riburg, wo die charakteristischen schwarzen Holztürme der Rheinsalinen in der Ferne auftauchten. Nach einem Abstecher zu einer alten römischen Warte, von denen es hier Dutzende gibt, hatte uns das Rheinufer bald wieder. Alles im Wald entlang einer Steilstufe meisterten wir die erste grosse Flussbiegung und erreichten um 11 Uhr die Kraftwerkanlagen Riburg-Schwörstadt.

Über den Einschnitt der Möhlinbach-Mündung ging unsere Wanderung weiter, bis wir gegenüber dem Flecken Schwörstadt auf den Mauern einer nächsten römischen Warte unser Mittagspicknick einnahmen. Unterdessen blinzelte die Sonne zwischen den Wolkenlücken hervor, und Himmelsblau liess eine baldige Wetterbesserung erahnen, trotzdem blieb die Temperatur im kühlen Bereich.

Gestärkt ging es weiter Richtung Wallbach. Vom nahen Schwarzwald her braute sich ein ergiebiges Regengebiet zusammen. Schon bald einmal waren die blauen Flecken am Himmel verschwunden, und unsere Wandergruppe trotzte mit Regenschirmen bewaffnet der Unbill des Himmels, die sich über uns entleerte. Der Regen liess kaum nach, auch nach Erreichen der ersten Häuser von Wallbach nicht. Sabine erzählte vom Restaurant „Fabriggli“, das uns Kaffee und Dessert versprach. Nach einem Umweg durchs Dorfzentrum standen wir bald einmal vor der Eingangstüre der ehemaligen Stofffabrik, die zu einem Bistro umgebaut worden ist. Bei diesem Regenwetter schmeckten Vermicelles und ein warmer Tee besonders gut.

Gestärkt ging es an die letzte Etappe, wo der Weg zum Teil sehr eng zwischen Rhein und der Ufermauer angelegt ist. Bei Mumpf, dem nächsten Ort, zwängen sich auf 100 m Distanz zwischen einem bewaldeten Hügel und dem Rhein die Doppelspurbahn Zürich-Basel, die Autobahn, die Kantonsstrasse und eben unser Uferweg. Dieser letzte Abschnitt bis Stein liess uns die Strapazen mehr oder weniger spüren, so dass wir uns alle einigten, auf einen Abstecher ins deutsche Städtchen Säckingen zu verzichten, um bequem den nächsten Interregio nach Zürich (bzw. Basel für Sabine) zu erreichen.

Patrick Ulrich